Dienstag, 21. Februar 2012

Einheit 3 - 5.Stunde: Perspektive II, 14.2.12

Wichtig: 
Der 2. Teil des Zeichenkurses findet trotz bislang nur 6 Anmeldungen statt, wir treffen uns also wie immer Dienstags 19 Uhr am bekannten Ort. Wer sich bisher noch nicht angeldet haben sollte, aber den Kurs trotzdem fortsetzen möchte, den bitte ich, sich bei der VHS für Kurs 200861k noch anzumelden.



Zu Beginn der Stunde habe ich Ihnen noch einmal die Grundkonstruktion der 1-Punkt- und 2-Punkt-Perspektive demonstriert. Ursprünglich vorgesehen war dann eigentlich ein umfangreicheres Programm in der Auseinandersetzung mit der klassischen 2-Punkt-Perspektive. Da das leider ausfiel, werden wir uns zu Beginn des 2.Semesters (nächste Woche) in einer konkreten Komposition noch einmal praktisch mit dieser Konstruktion befassen müssen.

Es zeigte sich nämlich rasch, dass die nur als kurze Übung gedachte Zeichnung einer einfachen weissen Kugel, die in Licht und Schatten und mit Hilfe der mittlerweile geläufigen Kreuzschraffur zu modellieren war, sehr viel mehr Zeit beanspruchte, als ursprünglich gedacht.
Wir haben kurzerhand damit den ganzen Abend verbracht (und ich habe auch etwas gelernt über Zeitplanung in dieser Einheit...).

Wir beobachteten gemeinsam anhand eines Modells und der Tafelzeichnung, welche wesentlichen Beobachtungen an einer beleuchteten Kugel zu machen sind. 

Zunächst gilt die Aufmerksamkeit der Grenzlinie zwischen Licht und Schatten (die sog. Apelleslinie, bedbug-line (leider nur englisch!) oder auch Kernschattenzone), die eine elliptisch gekrümmte Linie aufweist und nicht ganz leicht zu beobachten, geschweige denn zu zeichnen ist, da hier allerlei Reflexe und auch optische Täuschungen zu beobachten sind. Sie haben evtl. beobachtet, dass dieser Schattenverlauf eine sehr schwer fassliche, unscharf gezeichnete Verdichtung erfährt, die zum Licht zu in einen mittleren Grauwert verläuft, während sie in der Schattenzone zum Boden hin nicht immer dunkler wird, sondern tatsächlich eine Aufhellung durch reflektiertes Licht erfährt. Der Schlagschatten wiederum, den die Kugel elliptisch auf den Untergrund wirft, hat direkt unter der Kugel seinen tiefsten Grauwert und verläuft dann zusehends heller und an den Rändern unscharf werdend aus.


Die 5 wichtigsten Zonen, die sie bei allen Lichtverhältnissen beobachen sollten:


1 Direktes Licht
2 Halbschatten
3 Kernschatten
4 Reflexe der Umgebung 
5 Schlag- oder Eigenschatten






Ich habe Ihnen eine sog. black box (eine schwarz gefärbte Kiste also) demonstriert, die sich sehr gut für genaue Licht- und Schattenstudien eignet, da Sie mit ihr den Lichteinfall steuern können.






Diese möglichst genaue Beobachtungs- und Schraffierübung ist auf lange Sicht sehr nützlich, wenn es in der Zeichnung und Malerei darum geht, Körperlichkeit in Licht und Schatten glaubhaft darzustellen. Je genauer Sie hinschauen, umso mehr Schattierungen und Verläufe werden Sie entdecken und je genauer Sie diese zeichnen, umso faszinierender 3-dimensional erscheint die gezeichnete Kugelform.




Zur letzten Stunde des ersten Semesters bitte ich Sie, einige der in den vergangenen Monaten entstandenen Zeichnungen mitzubringen. Wir werden uns eine Auswahl davon genauer anschauen und ich werde bei Bedarf mehr oder weniger hilfreiche Kommentare und Anregungen zu Ihrer Weiterentwicklung geben. Zudem werde ich Ihnen konkrete Präsentationstips geben und demonstrieren.


Zum Abschluss folgt ein Überblick über die Themen des kommenden Semesters. 

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