Dienstag, 26. November 2013

3D III - Parcours unterschiedlich differenzierter Köpfe - 26.11.13

Das Ziel des Abends
war ganz einfach: Ich hatte auf den Tischen im ganzen Raum unterschiedlich differenzierte Modellköpfe aufgebaut: Vom primitiven Perückenständer aus Styropor, der völlig undifferenziert eigentlich nur ein skribbelndes Vergewissern der Grundverhältnissse zulässt, bis zum Gipsabguss eines lebenden Menschen. Diese Köpfe galt es nun auf eigene Weise mit den vorgestellten Methoden der vergangenen Stunden zu studieren und möglichst unterschiedliche Varianten des Herangehens auszuprobieren. Was die Technik und das Format anbelangte, gab es keine Vorgaben und Beschränkungen.
In der kommenden Stunde werden wir daran anknüpfen, ich lasse lediglich die einfachen Grundköpfe weg und werde den Schwerpunkt auf das Schattenstudium am sog. Asaro-Kopf legen.

Folien:


















Ergebnisse:















3D (II) - Kopf in 3D und im Licht - 19.11.13

Ziel des Abends war es,
sich anhand der seit Beginn des Kurses vorgestellten Methoden Schritt für Schritt auch komplexere Aufgabenstellungen selbst erarbeiten zu können.


D.h. man kann es so verstehen, dass man sich mit der Vielzahl der im gesamten Kursverlauf vorgestellten

1) motorischen Übungen an die Zeichenprobleme allmählich "heranskribbelt", sich evtl. mit Draht, Knete, Papier oder sonstigen einfachen Mitteln eine Form eines Modells baut und sich damit dann so locker wie möglich frei und unbekümmert an etwas heranzeichnet. Notfalls immer so schlecht wie nur möglich… -  das ist mein vollkommener Ernst! Schlechter Zeichnen ist hier der Appell…und ist des Sudels Kern!

2) Im nächsten Schritt kann es sinnvoll sein, eine der im Rahmen des Blindzeichnens vorgestellten Methoden zu wählen, um schwierige Einzelheiten in den Blick zu bekommen und sich in aller Ruhe wichtige Details zeichnend zu erschliessen. Dabei wird der Vorrat an Eindrücken erweitert, vor allem jenseits der immer so (zer)störend bewertenden Formen der Reflexion...

3) Daran kann sich ein vertiefendes und genauer analysierendes Studium anschliessen, das alle traditionellen, aber auch aktuellen, verfügbaren Quellen der Aneignung nutzt: Anatomische Atlanten, Vorlagen aus Büchern (hier z.B. eine Seite aus Andrew Loomis, Heads), Kopien von Zeichnungen bewährter Könner (ich zeigte Beispiele von Rubens, John Singer Sargent - Link zu Zeichnungen von Sargent), Drahtgittermodelle, 3D apps am iPad, Modelle aus der Gipssammlung (nebenbei: Die Abguss-Sammlung der Tübinger Uni ist immer einen Besuch Wert, man hat in der Regel dort viel Ruhe zum Zeichnen - Stühle sind vorhanden - und alles, was man mal gesehen und/oder kopiert haben sollte um sich herum…).
In diesem Schritt geht es meist um die - traditionellen, kulturell akzeptierten - Grundlagen der Form (Anatomie, Maße, Proportionen, Modellierung). Hier bildet sich das Beurteilungsvermögen der Form. Was oft als akademisch und kopflastig empfunden - und deshalb gerne umgangen wird…;-) Aber es lohnt sich, wenn man es nicht verbissen dogmatisch verfolgt, sondern wieder in das eigene, freiere Zeichnen integriert...
D.h. man kann dann z.B. wieder zum motorischen, expressiven und emotionalen Zeichnen zurückkehren, jedesmal aber auf einem anderen Niveau.

Hier erklärt sich nun auch endlich die von mir verwendete "Endlosschleife des -unablässigen-Lernens", die ich von Anfang an zur Erklärung meiner Zeichenlehre benutzte.

Mein Unterricht ist nach diesem Verfahren aufgebaut und versucht in der Regel immer, die unterschiedlichen Herangehens- und Denkweisen zu unterstützen. Vielleicht ist es schon aufgefallen, dass jede Methode ja für sich schon ein respektables und in sich abgeschlossenes künstlerisches Verfahren hergibt, in das man sich über Monate und Jahre vertiefen kann.

Dennoch lege ich Wert darauf, dass man sich die ganze Skala der Möglichkeiten zumindest ausprobierend aneignet, um daran seine Stärken und Schwächen zu erkennen und entwickeln.


Folien des Abends:





















Fotos des Abends:



Parcours der Köpfe verschiedener Stadien der Differenzierung