Freitag, 6. Januar 2012

Einheit 2 - 6.Std, Demo und Zusammenfassung E1 und E2, Di. 20.12.11

Zum Abschluss der 2. Einheit habe ich Ihnen den Zusammenhang der ersten beiden Unterrichtseinheiten erläutert und entsprechende Beispiele aus der neueren Kunstgeschichte gezeigt, die illustrierten, welche Absichten ich mit dem Aufbau des Kurses verfolge.


In der Einheit 1 entdeckten Sie die expressiven Möglichkeiten Ihres Zeichnens, in Einheit 2, mit dem Schwerpunkt bei der Wahrnehmung, die impressiven  Qualitäten des Zeichnens.


Nicht von ungefähr korrespondieren diese Ansätze mit kunstgeschichtlich näheren Stadien der Entwicklung der Zeichenkunst. Schauen Sie sich Zeichnungen des Expressionismus und Impressionismus an, Sie werden entdecken, wie nah unsere Übungen diesen Strömungen sind. 
( Die gezeigten Bilder stammten von: De Kooning, Arshile Gorky, Dubuffet, Paul Klee, Kandinsky, Slevogt, Liebermann, Klimt, Schiele, Degas. Wenn Sie die einzelnen Künstler genauer interessieren sollten, genügt die Eingabe des Namens bei google oder Wikipedia)


Auch alle folgenden Stile des 20. Jahrhunderts sind damit verwandt (z.B. Abstrakter Expressionismus, Informel etc). Sie alle teilen im Kern zumindest eines, dass sie allesamt ihren Schwerpunkt in der Persönlichkeit des Zeichners haben und mehr oder weniger ihre eigene Gesetzmässigkeiten entwickeln.
Sie sind also im Wesentlichen individuell und subjektiv - und zumeist originell. 


Mit dem Ende der Einheit 2 verlassen wir für den Rest des 1.Semesters die neueren Entwicklungen in der Zeichnung und wenden uns 2012 den klassischen Methoden des Zeichnens zu.


In einer kleinen Demo mit Kamera und Beamer habe ich weiterhin eine zeichnerische Zusammenfassung der Methoden dieser Einheit gegeben.
Insbesondere ging es mir dabei darum, noch einmal zu zeigen und zu betonen, wie unangestrengt und spielerisch das sog. gestische Zeichnen aufgefasst werden kann. Ich meine es wirklich völlig ernst, wenn ich Sie ermuntere, so schlecht wie nur möglich zu zeichnen - tatsächlich aber erleben Sie, dass es einiger Überwindung bedarf, sich diese Freiheit zu erlauben. Und das zu üben, bleibt weiterhin der eigentliche Sinn der kurzen Posenzeichnungen, die wir auch 2012 als Warmzeichenübungen beibehalten werden.


Warmups:


5 x 1-Minute Posen , Stehender
gestisch mit grobem Zeichenwerkzeug


5 x 1-Minute Posen, Sitzende
gestisch mit grobem Werkzeug


5 x 1-Minute Posensequenz vor Rechteck
"Negativer Raum"


2 x je 5-Minuten Sitzender, Stehende
Kombination aus allen Methoden, insbesondere Blindzeichnen, Beobachten von Details


Übung des Abends:


Wechselseitiges Portraitieren des Gegenüber beim Zeichnen an der Staffelei.


Die Anforderung hierbei ist leicht gesteigert, da Sie ein dauernd bewegtes Gegenüber zu erfassen versuchen und sich immer wieder gerade Eingeprägtes nur noch in der Erinnerung abrufen können - eine Situation, die geübt werden muss, die aber der realen Anforderung beim Zeichnen von lebendigen Menschen und Tieren entspricht.
Wenn die Resultate vorerst nicht Ihren Erwartungen entsprechen sollten, ist das völlig normal. 
Ich möchte Sie mit dieser Übung dazu ermutigen, sich öfter dieser Aufgabe zu stellen, indem Sie zu Hause oder unterwegs üben, Szenen schnell zu erfassen und das für Sie Wesentliche zu Sehen lernen (und am Besten auch noch in einem Skizzenbuch festhalten...)


Ich wünsche Ihnen allen ein gutes Neues Jahr 2012 und freue mich, Sie am 10. Januar wieder zu sehen!

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