Dienstag, 21. Februar 2012

Einheit 3 - 5.Stunde: Perspektive II, 14.2.12

Wichtig: 
Der 2. Teil des Zeichenkurses findet trotz bislang nur 6 Anmeldungen statt, wir treffen uns also wie immer Dienstags 19 Uhr am bekannten Ort. Wer sich bisher noch nicht angeldet haben sollte, aber den Kurs trotzdem fortsetzen möchte, den bitte ich, sich bei der VHS für Kurs 200861k noch anzumelden.



Zu Beginn der Stunde habe ich Ihnen noch einmal die Grundkonstruktion der 1-Punkt- und 2-Punkt-Perspektive demonstriert. Ursprünglich vorgesehen war dann eigentlich ein umfangreicheres Programm in der Auseinandersetzung mit der klassischen 2-Punkt-Perspektive. Da das leider ausfiel, werden wir uns zu Beginn des 2.Semesters (nächste Woche) in einer konkreten Komposition noch einmal praktisch mit dieser Konstruktion befassen müssen.

Es zeigte sich nämlich rasch, dass die nur als kurze Übung gedachte Zeichnung einer einfachen weissen Kugel, die in Licht und Schatten und mit Hilfe der mittlerweile geläufigen Kreuzschraffur zu modellieren war, sehr viel mehr Zeit beanspruchte, als ursprünglich gedacht.
Wir haben kurzerhand damit den ganzen Abend verbracht (und ich habe auch etwas gelernt über Zeitplanung in dieser Einheit...).

Wir beobachteten gemeinsam anhand eines Modells und der Tafelzeichnung, welche wesentlichen Beobachtungen an einer beleuchteten Kugel zu machen sind. 

Zunächst gilt die Aufmerksamkeit der Grenzlinie zwischen Licht und Schatten (die sog. Apelleslinie, bedbug-line (leider nur englisch!) oder auch Kernschattenzone), die eine elliptisch gekrümmte Linie aufweist und nicht ganz leicht zu beobachten, geschweige denn zu zeichnen ist, da hier allerlei Reflexe und auch optische Täuschungen zu beobachten sind. Sie haben evtl. beobachtet, dass dieser Schattenverlauf eine sehr schwer fassliche, unscharf gezeichnete Verdichtung erfährt, die zum Licht zu in einen mittleren Grauwert verläuft, während sie in der Schattenzone zum Boden hin nicht immer dunkler wird, sondern tatsächlich eine Aufhellung durch reflektiertes Licht erfährt. Der Schlagschatten wiederum, den die Kugel elliptisch auf den Untergrund wirft, hat direkt unter der Kugel seinen tiefsten Grauwert und verläuft dann zusehends heller und an den Rändern unscharf werdend aus.


Die 5 wichtigsten Zonen, die sie bei allen Lichtverhältnissen beobachen sollten:


1 Direktes Licht
2 Halbschatten
3 Kernschatten
4 Reflexe der Umgebung 
5 Schlag- oder Eigenschatten






Ich habe Ihnen eine sog. black box (eine schwarz gefärbte Kiste also) demonstriert, die sich sehr gut für genaue Licht- und Schattenstudien eignet, da Sie mit ihr den Lichteinfall steuern können.






Diese möglichst genaue Beobachtungs- und Schraffierübung ist auf lange Sicht sehr nützlich, wenn es in der Zeichnung und Malerei darum geht, Körperlichkeit in Licht und Schatten glaubhaft darzustellen. Je genauer Sie hinschauen, umso mehr Schattierungen und Verläufe werden Sie entdecken und je genauer Sie diese zeichnen, umso faszinierender 3-dimensional erscheint die gezeichnete Kugelform.




Zur letzten Stunde des ersten Semesters bitte ich Sie, einige der in den vergangenen Monaten entstandenen Zeichnungen mitzubringen. Wir werden uns eine Auswahl davon genauer anschauen und ich werde bei Bedarf mehr oder weniger hilfreiche Kommentare und Anregungen zu Ihrer Weiterentwicklung geben. Zudem werde ich Ihnen konkrete Präsentationstips geben und demonstrieren.


Zum Abschluss folgt ein Überblick über die Themen des kommenden Semesters. 

Montag, 13. Februar 2012

Einheit 3 - 4. Stunde: Perspektive I und Schattierung 7.2.12


Mit der 4. Stunde der Einheit 3 nähern wir uns allmählich schon dem Ende der Einheit, die sich mit den"Werkzeugen des Sehens" beschäftigte. 
Sie haben bisher erfahren, dass alles, was Sie in vorangegangenen Einheiten sozusagen intuitiv "geschenkt" bekommen haben, nun sauer erarbeitet werden muss. 

Zu der bewussten Wahrnehmung der Körperlichkeit der Gegenstände, deren Grundformen und Ausdehnung, die Sie auch noch mühsam messend ermitteln lernten, gesellen sich nun schlussendlich Konstruktionsregeln des Raumes, die Sie als Zeichner zumindest in groben Zügen kennen sollten.

Ich habe Ihnen eine sehr kurzgefasste Geschichte der Entwicklung der Perspektive bzw. deren Wiederentdeckung in der Renaissance gegeben und Sie bei näherem Interesse insbesondere auf Brunelleschi und Alberti hingewiesen, deren (Wieder-)Entdeckungen am Anfang des Kapitels der konstruierten Raumillusion stehen, die für lange Zeit die europäische Malerei und Zeichnung bestimmte.
(Wir werden im 2.Semester sehen, dass und wie die Kunst des 20.Jahrhunderts diese Konventionen in Frage stellte und andere Begriffe des Raums ermöglichte.)

Bitte machen Sie sich immer wieder bewusst, dass Sie als Zeichner mit Hilfe der Ihnen vorgestellten Konstruktionsmodelle eine Illusion von Raum in die Zweidimensionalität des Blattes bringen.
Für architektonische Konstruktionszeichnungen ist eine gewisse Präzision in der Anwendung dieser Konstruktionsmittel notwendig, als künstlerischer Zeichner brauchen Sie nur selten diese Art von Präzision in einer Zeichnung.
Wir begnügen uns also vorerst mit den ganz einfachen Grundregeln.

Mit anderen Worten: Prägen Sie sich vorerst nur die grundlegenden Elemente der Perspektivkonstruktion ein und beginnen Sie, zeichnend und häufig manchmal auch nur bewusst beobachtend diese Phänomene auf ihre Notwendigkeit für Ihre Arbeit hin abzuklopfen.

In der Regel genügen nach meiner Erfahrung einige wenige grundlegende Linien, um den Gegenständen auf Ihrem Blatt einen plausiblen Raum zu geben.


Zentralperspektive oder 1-Punkt-Perspektive:




In dieser Stunde haben Sie mit Hilfe einer zentral befestigten Schnur ein einfaches und praktisches Hilfsmittel kennengelernt, mit dem Sie sich schnell auf dem Blatt eine ZENTRALPERSPEKTIVE  so anlegen können, dass Sie alle notwendigen und zu einem zentralen Fluchtpunkt strebenden Gegenstände einzeichnen können. Auf grösseren Formaten oder einer Leinwand können Sie die Schnur auch mit etwas Pigmentstaub einfärben und mit einem sog. "Schnurschlag" schnell die wichtigsten Linien so anlegen, dass Sie alle weiteren Linien der Zeichnung daran orientieren können.

- Die Zentralperspektive heisst so, weil alle sich zum Horizont hin verkürzenden und "stürzenden" oder steigenden Linien zu einem zentral zu denkenden Punkt streben, wobei dieser Punkt nicht notwendig genau im Zentrum des Zeichenblatts liegen muss.

- Der Horizont liegt immer auf Ihrer Augenhöhe! Wichtig ist es also, sich zu merken, dass Sie auf Ihrem Zeichenblatt mit der Anlage der Horizontlinie und dem zentralen Punkt, zu dem alle verkürzten Linien laufen, die Augenhöhe des Betrachters festlegen und damit zugleich Ihren Standpunkt! 

- Die Zentralperspektive heisst manchmal auch Parallelperspektive, weil alle Vorderansichten der Objekte immer unverkürzt parallel zum vorderen Bildrand liegen, d.h. alle vertikalen und horizontalen Linien bleiben unverkürzt.




Links: 1-Punkt-Perspektive
Rechts: 2-Punkt-Perspektive

Die Form der 1-Punkt-Perspektivkonstruktion ist sehr einfach und hat eine gewisse Sogwirkung, die es so in der Natur selten zu beobachten gibt (gerade Bahngleise oder perfekt gerade Strassen zum Horizont zu, die es eigentlich so nur in Arizona zu sehen gibt...)


Bei Santa Rosa, AZ. Aus meinem Blog zu einem "Road Trip USA", 2008.

Dennoch wird diese Perspektive gerne eingesetzt, wenn eine besonders dramatische, irreale oder zwingende Bildgestaltung angestrebt wird (z.B. Manga-Comics, Dalis surreale Räume, frühe Renaissance Stadtveduten).


Warmups (Lockerungsübungen):

1) Als Auftakt für das modellierende Zeichnen in Hell/Dunkel, galt es an diesem Abend zwei Streifen auf einem grossen Zeichenblatt anzulegen und sorgfältig mit Hilfe einer sog. Kreuzschraffur Grauwerte zu üben. Für das gegenständliche Zeichnen in Licht und Schatten sind diese Übungen unerlässlich. Die Kreuzschraffur ist dabei eine klassiche Disziplin, die zuerst etwas stur und trocken erscheint, aber Sie werden sehen, wie variantenreich sie sein kann.

Schauen Sie sich zur Erläuterung und Anregung auch gerne einmal einen Meister der Kreuzschaffur an  - Giorgio MORANDI:


Aber vorerst genügte es, dass Sie den ersten Streifen als ein kontinuierliches Band von Schwarz (=viel Schraffur) nach Weiss (= leer, also wenig bis keine Schraffur) in unzähligen und ineinandergehenden Grauwerten und den zweiten Sreifen in 4 unterscheidbare Grauwerten  schraffierten.
Bitte vermeiden Sie vorläufig unbedingt, diese Übung in einer "malerischen" Manier (sog. Schummern) anzugehen, da Sie sich damit eher um die Erfahrung bringen, wie Sie die Grauwerte gezielt und treffsicher Schicht für Schicht aufbauen und vor allem künstlerisch kontrolliert einsetzen können. Das Schummern ist auf den ersten Blick zwar schneller und scheinbar einfacher, lässt sich aber auf lange Sicht nicht gezielt und kontrolliert einsetzen und wirkt so gerne eher etwas fleckig, unschön und irgendwie "unprofessionell"...



2) Im zweiten Warmup haben Sie diese Fertigkeit der Grauwertzeichnung eingesetzt, um "Schlimme Würfel" zu zeichnen.

Auf mittelgrau getöntem Grund haben Sie mit schwarz (Grafit, Kohle etc.) und Weiss (Kreide, Farbstift etc.) deformierte Kuben gezeichnet, die Ihnen vor Augen führen sollten, dass auch ohne präzise Raumkonstruktion ein plausibler und starker Eindruck von Dreidimensionalität herzustellen ist.







Die folgende Übung bereitet Ihre Beobachtung und Aufmerksamkeit auf die Wunder des Raumes vor:

Mit Hilfe einer Acrylglasplatte können Sie überall und jederzeit erforschen, wie sich Horizont, Fluchtpunkte und Ihre jeweilige Position zueinander verhalten. 
Sie haben hoffentlich schon beobachtet und gesehen, dass der Horizont "irgendwo weit hinten in Nagold und weiter" liegt und dass sich das Bild bzw. die Fluchtpunkte, Kanten und Linien des Raumes vor Ihren Augen auf der in Ihren Blick gehaltenen Platte mit jeder Ihrer Bewegungen verändern. Was merkwürdig ist. Im Wortsinne.
Diese Übung kann man an jedem Fenster machen. Arbeiten Sie mit einem abwischbaren Filzstift, um sich Markierungen zu setzen und zu vergleichen.

Was Sie dabei lernen können: Sie sind der Boss - was den Standpunkt anbelangt, dem der Betrachter Ihres von Ihnen konstruierten Zeichenraumes folgen muss - was zugleich Stärke und Schwäche dieses (Kultur-)Konstruktes "Perspektive" ist. Auch das sollte zu Denken geben. Es gibt Modelle des Raumes, die dieser illusionistischen Guckkasten-Bühnenarchitektur nicht unterworfen sind, wie wir sie in der Kunst Japans und Chinas feststellen können.


Bücher dazu:

Simpel und praktisch, das Wesentliche:
Giovanni Givardi,
Landschaften und Perspektiven
Wien 2007

Ausführlicher, spielerischer, etwas altbacken, aber ganz lustig:
Hugo Peters
Der Äugel - Die Kunst des räumlichen Zeichnens
1964, Neuauflage 2001

(Fast zu) Ausführlich:
Henk Rotgans
Räumliches Zeichnen
Freiburg 2009

Wer sich für die klassische Anwendung des modellierenden Zeichnens interessiert:
Juliette Aristides
Classical Drawing Atelier
New York 2006
(Gibt es leider nur in englisch)

Dienstag, 7. Februar 2012

Einheit 3 - 3. Stunde: Maß und Messen, 31.1.12

In dieser Stunde führte ich Ihnen eine Menge nützlicher Hilfsmittel zur Ermittlung von Grössen-Verhältnissen vor, von denen wir einige der Reihe nach genauer kennenlernen und deren Anwendung trainieren werden.
Was zunächst trivial und wie selbstverständlich einfach erscheint, hat wie immer auch seine Tücken.
Lassen Sie sich Zeit, machen Sie Fehler, so lange und so viel es braucht - nur eines ist dabei wichtig: Lernen Sie daraus.

Das Geheimnis der ominösen "richtigen Proportionen" erfährt hier seine nüchterne Enthüllung: Es besteht einzig und allein und bloss in Mess-Übungen! Nicht mehr, nicht weniger, kein Geheimnis, keine Magie, kein Superdupersonderwerkzeug teuer beim Autor zu erstehen, kein Videoworkshop, nicht einmal ein Talent!

Nur vergleichendes Sehen. UNd weil das so langweilig ist, machts keiner und übt es kaum. Daher kommen all die schlecht geformten Objekte auf unsern Blättern oder sonstwo um uns...


Hier ist das "Geheimnis" der Form und des Designs.

Leonardo beginnt seinen Traktat über die Malerei und insbesondere seine Empfehlungen zum Erlernen der Malerei/Zeichnung mit dem Messen!
Seine Schüler sollten einen grossen Teil des ersten Lehrjahres mit nichts als nur dem Abschätzen und Messen von Grössen und Strecken verbringen. Langweilig, gewiss. Künstlerisch wenig originell, gewiss - aber von unschätzbarer Bedeutung, wenn man "realistisch" zeichnen und malen möchte.
Verunglückte Malerei/Zeichung oder besonders auffallende, originelle Gestaltung und gelungenes Design hat immer etwas mit dem Maß zu tun. Es gibt das Angemessene und das Masslose. Das alleine sollte zu Denken geben. Und zum Üben anspornen.


Unsere Übungen sollten Ihnen einige Werkzeuge vor Augen führen und deren Anwendung üben:

- Acrylglasplatte: Wenigstens A4, A3 ist perfekt für unsere Zwecke, nicht zu dick, aber auch nicht zu dünn, dass Sie sie in einer Hand halten können, ohne dass sie sich verbiegt. Eine Glasplatte ist auch ok, aber Vorsicht, Verletzungsgefahr.

Übung 1: Mit Hilfe eines abwischbaren Markers oder Fettstiftes zeichnen Sie durch die Platte schauend Ihre Umgebung, den Raum oder beliebige Gegenstände um Sie herum ab. Es geht nur um die Grössenerfahrung, also zeichnen Sie nicht zu genau, nur Höhe, Breite, Tiefe - und staunen Sie, wie die Verkleinerung der Gegenstände erscheint....

Übung 2: Die Acrylplatte liegt auf einem Blatt Papier und auf ihren Knien oder dem Tisch. Schätzen Sie Höhe und Breite einfacher Gegenstände um Sie herum ab. Beginnen Sie mit simplen Dingen wie Kartons, Tischen, Stühlen. Dann halten Sie die auf die Acrylplatte gezeichneten Markierungen gegen die realen Objekte und stellen Sie fest, wie gut Ihre Schätzung von Höhe oder Breite ist.


- Sucher/Finder: Mit Hilfe eines Papprahmens, den Sie entweder selbst aus einem festen, grauen oder schwarzen  Karton schneiden oder als sog. Passepartout kaufen und zweckentfremden können, sollten Sie sich angewöhnen, die Dinge, die Sie zeichnen möchten, visuell aus Ihrem Zusammenhang zu lösen. Halten Sie den Karton so zwischen sich und das Zeichenobjekt, bis Sie die für Sie stimmige Komposition in dem Rahmen sehen. Ein ggf. zusätzlich befestigtes Fadenkreuz hilft Ihnen, die Mitte zu bestimmen.

Übung: Legen Sie sich Zeichenobjekte auf einem Tisch oder sonstiger Unterlage zurecht und schauen Sie, welche Möglichkeiten der Wahl, der Platzierung, der Gewichtung eine einzige Vorlage bietet. Zeichnen Sie Skizzen der Kompositionen, die Sie durch den Sucher/Finder sehen.

- Bleistift / Holzstab / Pinselstiel / Stricknadel /Schaschlikspiess (je dünner, desto besser):
Simples Messwerkzeug, das Sie trotzdem nicht unterschätzen sollten. Mitunter das Einzigste, das Sie immer zur Hand haben sollten beim Zeichnen.


Den richtigen Gebrauch muss man üben. Halten Sie Ihren Standort fest und den Arm immer gestreckt, dass Sie eine konstante Vergleichsgrösse haben. Schliessen Sie beim Messen immer ein Auge und messen Sie nur einäugig. Sie erhalten einfache Vergleichsgrössen von Höhe und Breite. Mehr ist da nicht daran, aber das ist oft schon die halbe Miete, ein erstes und immer verfeinerbares Grundverhältnis, das auf Ihrer Zeichnung stimmen sollte. Es genügt oft schon, diese wesentlichen Verhältnisse zu klären. Wenn Sie das gefundene Maß auf die Zeichenfläche übertragen, haben Sie dabei die Möglichkeit, einfache Vielfache (x2 / x3) auf dem Blatt zu markieren um Vergrösserungen zu Zeichnen.

Mit dem Stab können Sie zudem beobachten, welche markanten Punkte auf einer Horizontalen liegen. Für die Vertikale geht das auch, allerdings ist da ein Lot noch praktischer.

Wenn Sie den Stab auch noch zur Bestimmung von Winkeln oder Neigungen benutzen wollen, sollten Sie darauf achten, dass Ihre Zeichenfläche gerade und aufrecht neben dem Zeichengegenstand steht, um Verzerrungen zu vermeiden.

- Lot: Das Lot können Sie sich aus einem im Baumarkt zu kaufenden Senkblei oder einem anderen beliebigen schweren Gegenstand (Schraubenmutter etc) und einer Schnur selbst bauen. Es ist ein Hilfsmittel, genauer markante Punkte in der Vertikalen zu sehen und als auf einer Linie liegend zu erfahren, was schlimme Verzeichnungen weiter auseinanderliegender Körperpartien z.B. vermeiden hilft. In der Anwendung werden Sie das sofort begreifen.




- Schnur. Dieses Hilfsmittel habe ich Handwerkern abgeschaut. Man spricht von einem sog. "Schnurschlag", mit dessen Hilfe schnell und praktisch gerade Hilfslinien auf eine Wand oder sonstige Fläche aufgetragen werden. Eine gespannte Schnur, die zuvor durch einen mit trockenem, farbigem Pigment getränkten Lappen gezogen wurde, wird kurz angezogen und losgelassen, dabei wird eine Pigmentspur auf die Zeichenfläche geschlagen.
Mit diesem Trick sind schnell Hilfslinien für die Perspektivkonstruktion erstellt. Wir werden eine weniger staubige Version des Tricks in den kommenden Stunden anwenden lernen.

Übungen:

1) In der anschliessenden Übung ging es um das eigentlich sehr einfache Verfahren, mit Hilfe des Stabes/Schaschlikspiesses erste Messerfahrung zu sammeln und diese auf einfache Grundkörper bzw. Gruppen von Körpern anzuwenden.
Es ging hier nur um die Beobachtung der oberen und unteren, sowie linken und rechten Grenze des beobachteten Körpers. Da wir es aber immer mit dreidimensionalen Objekten zu tun haben, galt es, diese als Flächen zu sehen und zu messen. Ein Auge zukneifen hilft!

2) Zunächst ohne die Regeln der Perspektivkonstruktion zu kennen, sollten Sie sich an diesem Abend intensiver mit den Grundkörpern befassen und versuchen, diese aus allen möglichen Blickwinkeln zu zeichnen:


Kugel
Quader
Würfel
Zylinder
Tetraeder






Voraussetzung ist hierbei das, was Sie bisher erarbeitet haben. Einfache Messübungen und Schätzungen helfen Ihnen, Verkürzungen und Überschneidungen zu identifizieren. Daß dabei aber immer noch irgendwie  "unstimmige" Körper entstehen, ist gewollt, denn Sie sollten nachvollziehen, was dem Zeitalter vor der Renaissance fehlte, um "stimmige" Räume zu konstruieren.


Dass das allerdings dennoch irgendwie plausible Körperlichkeit nicht ausschliesst, sollte die nächste Erkenntnis sein. Die Malerei im Übergang zur Renaissance schuf trotz Unkenntnis und einiger Verwirrung um die "richtige" Raumkonstruktion plausible Werke, der Kubismus scherte sich dann später zu Beginn des 20.Jh ganz und gar nicht mehr um den zusammenhängenden Raum, zersplitterte ihn sogar ganz bewusst in simultane Ansichten, d.h. er zeigt die Objekte von oben und unten und vorne und hinten zugleich - wie auf Ihren Übungen.

Dienstag, 31. Januar 2012

Einheit 3 - 2. Stunde: Volumen, 24.1.12

Die zweite Stunde der Einheit 3 führte ein weiteres Verfahren oder genauer gesagt eine andere Sicht auf die räumliche Ausdehnung dreidimensionaler Körper vor.
So selbstverständlich uns das visuelle Phänomen der Wölbung auch erscheinen mag, es hat einer enormen kulturellen Anstrengung bedurft, das Geheimnis der Darstellung von Körperlichkeit in einer zweidimensionalen Zeichnung zu lüften, da es dazu einer gewissen geometrischen Abstraktionsfähigkeit bedarf.

Als Hilfestellung habe ich Ihnen das dreidimensionale Drahtgittermodell eines gemeinen Hausschweines vor Augen gestellt, das im Kern den Hilfskonstruktionen der Körper- und Raumdarstellungen der Meister der Renaissancezeichnung und -malerei entspricht:




Das Prinzip, die Dinge "durchsichtig" und wie aus feinem Draht gebaut zu begreifen, können Sie seit der Renaissance bis hin zu modernen virtuellen Computeranimationen beobachten (hier spricht man von sog. "Drahtgittermodellen" als Basis für dreidimensionale Erscheinungen in 3-D-Programmen).

Eine ausserordentlich lehrreiche Abbildung zu diesem Ansatz und zu allen weiteren Übungen dieser Einheit finden Sie in Leonardos glücklicherweise unvollendet gebliebenen Gemälde "Anbetung der Könige", das die Raumkonstruktion und "transparente" Anlage des Gemäldes wie auf einem Reissbrett bis ins kleinste Detail durchführt:



„Perspektiven-Studie für den Hintergrund der Anbetung der Könige “



In den Übungen des Abends versuchten wir anhand einfacher dreidimensionaler Gegenstände, die wichtigsten Elemente dieses Phänomens zeichnerisch zu erfassen.
Sie sollten anhand einer Kugel bzw. eines durchsichtigen Luftballons, dessen "Äquator" und "1.Breitengrad" wir mit einem Filzschreiber markierten, die Körperlichkeit des Gegenstands nachzeichnen und dabei beobachten, welche Verformungen die Kreisbahnen je nach Lage und Blickpunkt nehmen. Sie stellten mit Sicherheit fest, dass auch dies intellektuell schnell erfasst, aber noch längst nicht so schnell gezeichnet ist. 



Ellipsen sind vertrackt und bedürfen der Übung!








Warmups :

1) Ein grosses Blatt voller Bögen und Schwünge - um in Schwung zu kommen. 

2) Ein grosses Blatt voller Kreise.


Übungen:

1) Luftballons:

Die leider nicht ganz so durchsichtigen Luftballons galt es mit einem Äquator und wenigstens einer umlaufenden Linie ( Längen- und Breitengradmarkierung) zu versehen und so aus jedem denkbaren Blickwinkel zu zeichnen. Dabei sollten Sie die Art der Verkürzung der Kreisbahnen zu Ellipsen beobachten. 
In der räumlichen Zeichnung sind Ellipsen räumliche Objekte, die den Gesetzen der Perspektivkonstruktion folgen. Im Augenblick galt es dies nur zu beobachten, die Konstruktion der räumlichen Verkürzung werden wir in einer der kommenden Stunden gemeinsam erfahren.
Sie können das beobachtete Phänomen mit Hilfe eines einfachen Wasserglases jederzeit studieren. Beobachten sie, wie die Kreisbahnen der Deck- und Bodenflächen unterschiedliche Formen bzw. Stauchungen von Ellipsen aufweisen. Nur allein die Darstellung dieser unterschiedlichen Stauchungen und Verkürzung  ist schon ein Hilfsmittel bei der Zeichnung, Räumlichkeit stimmig und plausibel darzustellen

Wer Genaueres über das Phänomen der Ellipse erfahren möchte, kann sich über einen Wikipedia-Artikel hier informieren, der auch Anforderungen der Mathematik beschreibt - und erfüllt ;-) . Wir begnügen uns in diesem Rahmen mit der sog. Gärtnermethode, die für unsere Zwecke hinreichend ist.

2) Das Gelernte ist auf handelsübliches Obst und Gemüse zu übertragen. Zeichnen Sie Birnen, Äpfel, Paprika und alles, was gewölbt ist. Zunächst durchsichtig und mit einem Gittermodell versehen, dann verbinden Sie diese Beobachtungen mit den Beobachtungen der vorangegangenen Stunde und tragen die auffallendsten Überschneidungen ein.
Anhand dieser einfachen Zeichenelemente sind Sie ab jetzt in der Lage, ohne komplizierte geometrische Raumkonstruktion plausible plastische Objekte zu zeichnen.




Dienstag, 24. Januar 2012

Einheit 3 - 1.Stunde: Raum I (17.1.2012)

Mit der Einheit 3 wechseln wir zu einem den beiden vorangegangenen Einheiten völlig entgegengesetzten Ansatz. Alle Linkshirner werden jubeln, der Rechtshirner stöhnt und jammert...;-) (...und wer bei beidem jammert, dem sollte das zu denken geben. Es gibt keinen einfachen Weg zum Zeichnen.Leider.)

Wir  fallen nun kunsthistorisch gesehen sehr weit zurück, bis mindestens zu Phidias, dem griechischen Bildhauer um etwa 500 v.Chr. (Akropolis z.B.), oder wenigstens zum Beginn der Renaissance in Europa im 14. Jahrhundert.

Wenn man von einer klassischen und soliden Grundausbildung im traditionellen Zeichnen spricht, meint man den Lehrplan, den ich Ihnen in dieser Einheit in einem Schnelldurchlauf bis Ende Februar vorerst nur einmal skizzieren möchte.

Für viele sind die dort vorgestellten Methoden und die damit einhergehenden klassischen Sichtweisen gleichbedeutend mit "richtig" zeichnen lernen.

Ich möchte diese Frage hier nicht diskutieren und schon gar nicht beantworten, welcher Ansatz nun zum richtigen Zeichnen führt. Ich kann nur jetzt schon sagen, dass Sie  als Zeichner alles angeschaut, beurteilt und ausprobiert haben sollten, um Ihren eigenen Weg zu finden. Vergessen Sie jedenfalls alles bisher Gelernte nicht!



Die Einheit 3 hat folgende Themen:

1 RAUM - wie man eine dreidimensionale Ansicht in eine zweidimensionale so verwandelt, dass es die Illusion von Räumlichkeit in einer Zeichnung schafft. Dass dies eine Abstraktion ist und bleibt und zudem ein kulturelles Phänomen ist, sollte Ihnen zu denken geben.
Das Thema des Raumes zieht sich durch die ganze Einheit. In der ersten Stunde geht es zunächst nur um ganz simple Feststellungen, dass man weiss, wo oben und unten und vorne und hinten ist und um den Sonderfall der Verbiegungen und Verkürzungen.

2 MASSE und VOLUMEN - mit dem Wegfall des scharfen S in der Großschreibung haben wir hier eine schöne Doppeldeutigkeit. In dieser Einheit geht es um beides: Das Messen, also das Maß der Dinge und zugleich um deren Volumina, deren Masse. Und ganz einfach gesagt, geht es darum, Verfahren zu finden, die Ausdehnung und Wölbung von Körpern zu sehen und in 2D-Ansichten zu abstrahieren.

3 PROPORTIONEN - was sich im Vorangegangenen beim Messen und in der Beobachtung der Wölbungen der Dinge andeutete, wird hier genauer untersucht: Wie sehr Form durch das Verhältnis der Teile zueinander und dem Umgebenden bestimmt sind. Dass es so etwas wie Rhythmen in der Gestaltung gibt und dass es schon immer Versuche gab, diese in mehr oder weniger fassliche Formeln zu pressen. 

4 PERSPEKTIVE - alle bisher gemachten Beobachtungen scheinen in einem Konzept der Gesamtsicht der Dinge plausibel und konstruierbar aufzugehen - wenn man den Blick fixiert auf wenige unbewegliche Punkte. Der Reiz dieser Konstruktionen liegt in der beschaulichen Dauer eines beinahe ewigen Anblicks der Dinge - und den konstruieren wir quasi mathematisch mit Zirkel und Lineal. Zumindest ansatzweise.
Einfach ausgedrückt, zeige ich Ihnen 2,3 traditionelle und klassische Ansätze, eine plausible Gesamtraumansicht zu zeichnen, in der die Dinge am richtigen Platz sind..."wie in echt"!

5 LICHT/SCHATTEN und TEXTUR - die Konstruktion von Licht und Schatten schliesst sich direkt an das Thema des Raumes an. Licht und Schatten folgen den Prinzipien des (gedachten oder konkreten) Raumes, in dem sich eine Lichtquelle (ob künstlich oder natürlich) befindet. Dass das Licht und der Schatten zudem noch ein Licht auf die Qualität der Oberflächen werfen, werden Sie sehen.



Die Mysterien des Raumes, Teil 1 (Mikroraum) :

Zum Auftakt nähern wir uns dem Raumphänomen in ganz kleinen Schritten, die aber einen großen Unterschied machen.
Wir sehen das Phänomen des Raumes als ein ganz einfaches Hinter- und Übereinander der Formen, die sich überschneiden und verdecken.
Die Ihnen ausgeteilte Übung aus Daucher S.48 zeigt Ihnen das auf einfachste Weise. Bitte zeichnen Sie diese Übungen nach, erfinden Sie weitere Schichtungen, Überschneidungen, Hinter- und Übereinandergeschichtetes.


Ich habe Ihnen anhand zweier ungleich grosser Knetkugeln, die sich zu einer Form verbunden als eine sehr vereinfachte Birnenform deuten lassen, gezeigt, dass es an sich nur 
3 verschiedene Grundformen der Überschneidung gibt, die dem Auge plausibel andeuten, von wo aus man auf einen Gegenstand schaut. 
Und dabei spielt es keine Rolle, wie gross die Form im Vordergrund ist, die Art der Überschneidung zeigt eindeutig, wo vorne und hinten oder oben und unten ist.





Lediglich ein Sonderfall existiert, in der eine Form von Verdrehung dargestellt wird. Diese Art der Überschneidung werden Sie häufig anwenden müssen, wenn Sie bewegte Menschenkörper zeichnen.

Dieses Darstellungsprinzip ist schnell erklärt und leicht zu verstehen. Seltsamerweise existieren dennoch tonnenweise Zeichnungen von Zeichnern, die diese Beobachtung niemals gemacht zu haben scheinen. An organisch geformten Körpern in der Natur sind diese Überschneidungen mitunter sehr subtil und vielfältig, machen aber richtig verstanden den Kern einer glaubhaften Darstellung von Körperlichkeit aus. Ohne die genaue Beobachtung dieses Phänomens nutzt Ihnen jede noch so ausgefeilte Perspektivkonstruktion und Licht -und Schattenmagie nichts, sie kriegen den Apfel oder die Birne oder was auch immer nicht "rund" und schon gar nicht zum liegen...



Übung des Abends:

1) Formen Sie aus einem Klumpen Ton, Knete oder Plastilin 2 ungleich grosse Kugeln und verbinden Sie diese zu einer annähernd birnenähnlichen Form.
Markieren Sie die Mittelachse des Körpers durch das Durchstechen eines Holzstäbchens (Schaschlikspiess tuts auch).
Zeichnen Sie dieses Gebilde aus allen nur denkbaren Positionen, von oben, unten, links, rechts, vorne und hinten und achten Sie insbesondere darauf, wie sich die Konturüberschneidungen verhalten, je nachdem, von wo aus Sie auf das Objekt schauen.



2) Im nächsten Schritt machen Sie diese Beobachtungen an einer realen, natürlichen Birne. Sie werden erleben, dass Sie mit der vorangegangenen Vorübung schon genauer zu sehen lernen, wie man das Phänomen der Überschneidung an natürlichen Körpern entdeckt, allerdings werden Sie bemerken, dass das hier schon weitaus subtiler und komplizierter ist. 
Bitte zeichnen Sie eine Birne aus allen nur denkbaren Blickwinkeln und achten Sie auf die Zusammenhänge der Überschneidungen!




Montag, 9. Januar 2012

Unterrichtsausfall am 9. und 10. Januar

Wegen einer Familienangelegenheit muss leider  heute und morgen in beiden Kursen der Unterricht ausfallen. Ich bitte Sie das zu entschuldigen.
Ich beabsichtige, die ausgefallenen Stunden zum Ende des Kurses anzuhängen, sofern Sie damit einverstanden sind und es auch einrichten können.
Die VHS Leitung wird Sie auf alle Fälle kontaktieren.

Mit freundlichen Grüssen
S.Kuhlbrodt

Freitag, 6. Januar 2012

Einheit 2 - 6.Std, Demo und Zusammenfassung E1 und E2, Di. 20.12.11

Zum Abschluss der 2. Einheit habe ich Ihnen den Zusammenhang der ersten beiden Unterrichtseinheiten erläutert und entsprechende Beispiele aus der neueren Kunstgeschichte gezeigt, die illustrierten, welche Absichten ich mit dem Aufbau des Kurses verfolge.


In der Einheit 1 entdeckten Sie die expressiven Möglichkeiten Ihres Zeichnens, in Einheit 2, mit dem Schwerpunkt bei der Wahrnehmung, die impressiven  Qualitäten des Zeichnens.


Nicht von ungefähr korrespondieren diese Ansätze mit kunstgeschichtlich näheren Stadien der Entwicklung der Zeichenkunst. Schauen Sie sich Zeichnungen des Expressionismus und Impressionismus an, Sie werden entdecken, wie nah unsere Übungen diesen Strömungen sind. 
( Die gezeigten Bilder stammten von: De Kooning, Arshile Gorky, Dubuffet, Paul Klee, Kandinsky, Slevogt, Liebermann, Klimt, Schiele, Degas. Wenn Sie die einzelnen Künstler genauer interessieren sollten, genügt die Eingabe des Namens bei google oder Wikipedia)


Auch alle folgenden Stile des 20. Jahrhunderts sind damit verwandt (z.B. Abstrakter Expressionismus, Informel etc). Sie alle teilen im Kern zumindest eines, dass sie allesamt ihren Schwerpunkt in der Persönlichkeit des Zeichners haben und mehr oder weniger ihre eigene Gesetzmässigkeiten entwickeln.
Sie sind also im Wesentlichen individuell und subjektiv - und zumeist originell. 


Mit dem Ende der Einheit 2 verlassen wir für den Rest des 1.Semesters die neueren Entwicklungen in der Zeichnung und wenden uns 2012 den klassischen Methoden des Zeichnens zu.


In einer kleinen Demo mit Kamera und Beamer habe ich weiterhin eine zeichnerische Zusammenfassung der Methoden dieser Einheit gegeben.
Insbesondere ging es mir dabei darum, noch einmal zu zeigen und zu betonen, wie unangestrengt und spielerisch das sog. gestische Zeichnen aufgefasst werden kann. Ich meine es wirklich völlig ernst, wenn ich Sie ermuntere, so schlecht wie nur möglich zu zeichnen - tatsächlich aber erleben Sie, dass es einiger Überwindung bedarf, sich diese Freiheit zu erlauben. Und das zu üben, bleibt weiterhin der eigentliche Sinn der kurzen Posenzeichnungen, die wir auch 2012 als Warmzeichenübungen beibehalten werden.


Warmups:


5 x 1-Minute Posen , Stehender
gestisch mit grobem Zeichenwerkzeug


5 x 1-Minute Posen, Sitzende
gestisch mit grobem Werkzeug


5 x 1-Minute Posensequenz vor Rechteck
"Negativer Raum"


2 x je 5-Minuten Sitzender, Stehende
Kombination aus allen Methoden, insbesondere Blindzeichnen, Beobachten von Details


Übung des Abends:


Wechselseitiges Portraitieren des Gegenüber beim Zeichnen an der Staffelei.


Die Anforderung hierbei ist leicht gesteigert, da Sie ein dauernd bewegtes Gegenüber zu erfassen versuchen und sich immer wieder gerade Eingeprägtes nur noch in der Erinnerung abrufen können - eine Situation, die geübt werden muss, die aber der realen Anforderung beim Zeichnen von lebendigen Menschen und Tieren entspricht.
Wenn die Resultate vorerst nicht Ihren Erwartungen entsprechen sollten, ist das völlig normal. 
Ich möchte Sie mit dieser Übung dazu ermutigen, sich öfter dieser Aufgabe zu stellen, indem Sie zu Hause oder unterwegs üben, Szenen schnell zu erfassen und das für Sie Wesentliche zu Sehen lernen (und am Besten auch noch in einem Skizzenbuch festhalten...)


Ich wünsche Ihnen allen ein gutes Neues Jahr 2012 und freue mich, Sie am 10. Januar wieder zu sehen!